15. März 2021
Heute beginnt die Große Fastenzeit
Es ist die Zeit der Versöhnung mit Gott, mit sich selbst, mit dem Nächsten.
Es ist die Zeit der Demut und der Vergebung!
Es ist die Zeit unserer Vorbereitung auf den Großen Übergang:
den Großen Übergang des Herrn vom Tode zum Leben, den wir jedes Jahr und jeden Sonntag feiern; den Großen Übergang vom Menschen zum vergotteten Menschen, den der Herr uns vorlegt und verheißt („dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“ — Johannes 17); und auch den Großen Übergang eines jeden von uns von hier ins Jenseits.
Es ist eine Zeit des Gebets, des Schweigens und des Hungerns.
Ja, des Hungerns! Des Hungerns, wie der Herr selbst es getan hat: „Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.“ (Matthäus 4, 2)
Unser Hunger nach Gott kann nur mit einem anderen Hunger gestillt werden, denn die Fülle der Gottheit erblickt man nur aus dem Mangel: dem Mangel an dieser Welt, dem Mangel an Bosheit, dem Mangel an Hochmut, dem Mangel an Ich. Und nichts macht die Wesenlosigkeit dieser Welt gegenwärtiger, offenbarer als der Mangel an Nahrung, der Hunger!
Ja, ich spreche vom leiblichen, wirklichen Hunger, vom Hunger nach Speise! Ich habe davon schon einmal gesprochen: wie viele von uns wissen noch, was Hunger ist? Was Durst ist? Nicht jenes „ich äße gern etwas …“. Jener wahre Hunger, den nur noch die Armen und die Tiere spüren!
Wie viele von uns wissen noch, wie es ist, in Not, in Bedrängnis zu sein?
„Der Reiche glaubt dem Armen nie, noch der Satte dem Hungrigen“, sagt das rumänische Sprichwort sehr treffend. Denn so ist es: es ist unmöglich, mit dem mitzufühlen, dessen Lage man sich nicht einmal vorstellen kann.
Wollen Sie wieder anfangen, Mensch zu sein, sich der Wahngebilde und des Überflusses, der Trugbilder und Irrfahrten dieser Welt zu entledigen? Versuchen Sie den Hunger! Versuchen Sie den Durst! Sie sind das Gegengift gegen alle Netze und Fallstricke!
Das „Hungern“ ist der Anfang der Zerknirschung des Herzens; es ist der Weg wahrer Demut.
Hungert nach den Dingen dieser Welt, und ihr werdet nicht mehr nach Gott hungern!
Eine lichte und gesegnete Fastenzeit!
Vergebt und segnet, Brüder!
Nachschrift: um all dessen willen bitte ich Sie, mir zu verzeihen, wenn ich in der kommenden Zeit Ihre aufrichtigen Einladungen ausschlage, gemeinsam essen zu gehen oder auch nur irgendetwas miteinander zu essen!
Aus demselben Grunde werden auch meine Beiträge seltener sein und nur die dringenden und brennenden Fragen betreffen, denen wir uns nicht entziehen können … vorläufig!
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