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Die Perikope des TagesDie Dritte Republik

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15. Juni 2017

Von Eminescu und unserer Bestimmung

Hätte alles einen Zweck und wäre nichts zufällig, so wäre unsere einzige Bestimmung als kleines Volk mit grauem Schicksal und „geringer“ Kultur wohl gewesen, das Erscheinen der folgenden Verse zu ermöglichen:

„Am Anfang, da Sein nicht war noch Nichtsein, / da alles Mangel an Leben und Willen war, / da nichts sich verbarg, obwohl alles verborgen war … / da, von sich selbst durchdrungen, das Undurchdringliche ruhte.

War da ein Abgrund? ein Schlund? War da weite Wasserwüste? / Es war keine Welt begriffen und kein Geist, sie zu begreifen, / denn es war ein Dunkel wie ein Meer ohne Strahl, / doch war da nichts zu sehen und kein Auge, es zu sehen.

Der Schatten des Ungeschaffenen hatte nicht begonnen sich zu lösen, / und, in sich versöhnt, herrschte der ewige Friede! …

Doch plötzlich regt sich ein Punkt … der erste und einzige. Sieh ihn, / wie er aus dem Chaos eine Mutter macht und selbst zum Vater wird! …

Jener Punkt der Bewegung, weit schwächer als ein Schaumkorn, / ist der grenzenlose Herr über die Grenzen der Welt …

Seither zerteilt sich der ewige Nebel in Streifen, / seither steigt die Welt auf, Mond, Sonne und Elemente …

Seither und bis heute kommen Kolonien verlorener Welten / aus den grauen Tälern des Chaos auf unbekannten Pfaden / und werden, in leuchtenden Schwärmen aus dem Unendlichen quellend, / von einer grenzenlosen Sehnsucht ins Leben gezogen.“

Und nein, es ist gleichgültig, ob diese Verse in die sogenannte Weltkultur eingegangen sind, denn das Wahre und das Schöne sind Universal, auch wenn sie nicht in allen Sprachen der Erde verkündet werden, nicht an jeder Straßenecke und nicht einmal von den Lehrstühlen der großen Universitäten der „kleinen Welt“, in der wir leben.

Wichtig ist, dass die Wahrheit ausgesprochen wurde — und dass wir und unsere Sprache das Gefäß des Schönen sind.

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Thema: Zwischen den Zeilen · Unterthema: Von Gedichten und Versen

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