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Die Perikope des TagesDie Dritte Republik

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26. Dezember 2015

Vom Sternbild Orion

Orion, das Sternbild, das die gleichnamige mythologische Gestalt verkörpert, wurde von Artemis getötet und unter die Sterne versetzt, zur Strafe für seine Kühnheit: in die Göttin verliebt, hatte er versucht, sie zu küssen. Er starb am Biss eines Skorpions, den die Göttin zu diesem Zweck „gedungen“ hatte, eines Skorpions, der ebenfalls unter die Sterne erhoben wurde (das Sternbild Skorpion), dem jedoch durch den weisen Beschluss des Zeus bestimmt wurde, ihm am Himmelsgewölbe nie zu begegnen, sodass beide einander ewig nachlaufen: wenn Orion am Horizont aufgeht, verbirgt sich der Skorpion im Westen unter der Horizontlinie.

Doch am reichsten an Sinnbild und Bedeutung ist wohl jene Begebenheit, in der derselbe Orion, geblendet zur Strafe für seine Kühnheit, zwölf Jahre lang der schönen Merope (selbst einer der Sterne der Plejaden) den Hof gemacht zu haben, sein Augenlicht wiedererlangte als unmittelbare Folge seiner Entschlossenheit, das Licht der Sonne zu suchen, jenes Licht, dem er unablässig entgegenging, begleitet und geleitet von Kedalion, einem der Gehilfen des Hephaistos.

Gewiss, Orion hatte kein Glück in der Liebe. Doch seine Entschlossenheit, unaufhörlich das Licht zu suchen, und sein Mut, seine Liebe zu den göttlichen Einsichten (verkörpert von Göttinnen) bis zur Aufopferung auf sich zu nehmen, haben ihn ins Empyreum erhoben.

Der Schluss: obwohl die Liebe dich töten kann, ist es doch die Liebe, die dich unter die Sterne erhebt.

Heute wird Orion glücklicherweise am Gewölbe von der Quintessenz des ewig Weiblichen begleitet, dem Mond, der

„über alles seine wollüstige Lohe gießt, Aus der Nacht der Erinnerung zieht er eine ganze Ewigkeit Von Schmerzen, die wir dennoch alle wie im Traume fühlen. Mond, du Herrin des Meeres, du gleitest über das Gewölbe der Welt Und gibst den Gedanken Leben und verdunkelst die Leiden; Tausend Wüsten funkeln unter deinem jungfräulichen Licht, Und wie viele Wälder bergen im Schatten den Glanz der Quellen! Über wie viele tausend Wellen reicht deine Herrschaft, Wenn du auf der bewegten Einsamkeit der Meere schwebst! Wie viele blühende Küsten, welche Paläste und Städte, Von deinem Zauber durchzogen, zeigst du dir selbst allein!“ (Mihai Eminescu, *Erste Epistel*)

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Thema: Zwischen den Zeilen · Unterthema: Von denen, die von uns gegangen sind

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