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30. Juni 2013

Ein Tropfen (Gedicht)

Ein Tropfen

Eilends fallend zum Schoß der Gaia, / hör ich in seinem Gleiten das ganze Lied des Werdens, / ein Tropfen.

Wie das ganze Leben ins Trudeln gleitet, / der Mensch als einziges Ziel nur zu wissen — / ein Tropfen —

dass das ganze Geheimnis dieser undurchsichtigen Welt / verborgen liegt, ruhig im Frieden rastend, / im Tropfen.

Wie er in sich das Ganze ist: / die Pfütze, der Fluss, das Meer, der Ozean, / als Tropfen.

In sich vereinend, in seinem eiligen Fall, / alles Untere mit den Geheimnissen des Himmels, / im Tropfen.

Denn nur der Augenblick ist es, der zusammendrängt / Himmel und Meere und die begriffene Welt / in einen Tropfen.

Doch er, in der trüben Lache zerschellend, / scheint eins zu werden mit dem Ufer, / ein Tropfen —

nur bis auf den Ruf der Sonne hin / seine wandernde Natur ihn erinnert, / dass er Tropfen ist …

Und nun, die Opfergabe des Himmels betrachtend, / wie die Götter selbst uns Herrlichkeit darbieten / auf einem Tropfen,

den Menschen bittend, den Gedanken zu erheben / zur Höhe des Himmels, um selig zu sein — / ein Tropfen:

denn wie jeder Tropfen der ganze Ozean ist, / so ist auch der Mensch eins mit dem Herrn, / ein Tropfen …

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Thema: Zwischen den Zeilen · Unterthema: Von Gedichten und Versen

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